Preise, Mieten, Beiträge: Was sich 2026 beim Studierendenwerk ändert – und warum
Mit dem Jahreswechsel passt das Studierendenwerk Oldenburg seine Mieten und Essenspreise an. Auch der Studierendenwerksbeitrag erhöht sich. Wir wissen, dass diese Schritte viele von euch schwer belasten. Was genau geplant ist und warum wir diese schwere Entscheidung getroffen haben, möchten wir euch hier genau erklären.
1. Mensa-Preise
Zum 1. Januar 2026 heben wir die Preise in den Mensen an.
Die Festpreise ändern sich wie folgt (Preisangabe jeweils für Studierende):
Kleiner Eintopf: von 0,75 auf 0,90 Euro
Pizza nach Wahl an der Pizza-Station: 4,65 auf 5,00 Euro
Pasta: 2,20 auf 2,50 Euro
Salatbeilagen (Schälchen): 0,45 auf 0,50 Euro
Suppe (Schälchen): 0,45 auf 0,60 Euro
Stärkebeilagen (Schälchen): 0,45 auf 0,50 Euro
Gemüsebeilagen (Schälchen): 0,45 auf 0,55 Euro
Desserts: 0,50 auf 0,55 Euro
- neuer Aufschlag Hauptgerichte für Gäste: 2,10 Euro
- neuer Aufschlag Beilagen für Gäste: 0,75 Euro
- Die Aufschläge für Bedienstete bleiben unverändert.
Auch die Preise in der Cafeteria werden wir in den nächsten Monaten erhöhen.
Eine schöne Nachricht gibt es aber auch: Im Jahr 2026 bieten wir euch wieder das Niedersachsen-Menü an. Damit bekommt ihr jeden Tag ein meist veganes, manchmal vegetarisches Hauptgericht für maximal 2,50 Euro.
2. Mieten in den Wohnanlagen
Zum 1. April 2026 steigen die Grundmieten in unseren Wohnheimen um durchschnittlich 10 Prozent. Die Grundmiete macht aber nur einen Teil der Gesamtmiete aus, der andere Teil sind die Energie- und Betriebskosten. Letztere sind von der Erhöhung nicht betroffen. Im Endeffekt ergibt sich so eine Erhöhung der Gesamtmiete um durchschnittlich rund 5 Prozent.
3. Studierendenwerksbeitrag
Zum Sommersemester 2026 steigt der Studierendenwerksbeitrag um 20 Euro auf dann 118 € (Oldenburg, Emden, Wilhelmshaven) bzw. 111 € (Elsfleth). Zum Sommersemester 2027 wird der Beitrag dann nochmals um 20 € angehoben werden.
Der Studierendenwerksbeitrag ist im Semesterbeitrag enthalten, den du deiner Hochschule zur Immatrikulation bzw. Rückmeldung überweisen musst. Dieser Beitrag umfasst weitere Posten wie das Deutschlandticket und den Verwaltungskostenbeitrag.
Mit dem Studierendenwerksbeitrag finanzieren alle Studierenden solidarisch vor allem die Angebote des Studierendenwerks mit, die keine eigenen Einnahmen erwirtschaften. Insbesondere das umfangreiche, kostenfreie Beratungsangebot des Studierendenwerks und die Kulturförderung wären sonst nicht möglich.
Warum sind diese Erhöhungen notwendig?
Diese Schritte sind eine spürbare Mehrbelastung für die Studierenden. Das ist uns bewusst, und wir haben uns diese Entscheidungen nicht leicht gemacht. Wir haben leider keine andere Wahl, als diesen Weg zu gehen, um unsere Angebote in dem Umfang, den ihr von uns kennt, aufrechtzuerhalten.
→ Massiv gestiegene Kosten
In den vergangenen Jahren sind die Kosten in allen wesentlichen Bereichen massiv gestiegen. Von 2021 bis 2024 sah das konkret so aus:
- Energie: + 46 %
- Lebensmittel: + 33,4 %
- Allgemeine Inflation: + 19,3 %
Zudem steigen die Personalkosten durch Tarifabschlüsse, allein für 2025 liegt die Steigerung bei 5,5 %.
→ Wegfall von Sondermitteln
In den letzten Jahren haben wir befristete Sondermittel vom Land Niedersachsen bekommen, mit denen wir die Kostensteigerungen zu einem größeren Teil auffangen konnten. Deshalb wurden die Preise und Mieten im Studierendenwerk über Jahre nicht oder nur geringfügig angehoben. Mit dem Wegfall der Sondermittel müssen die Preissteigerungen der letzten Jahre nun nachträglich (und zusätzlich zur laufenden Inflation) in den Kostenberechnungen übernommen werden.
→ Keine ausreichende Finanzhilfe des Landes
Das Land Niedersachsen leistet eine sogenannte Finanzhilfe an die insgesamt fünf Studierendenwerke. Diese Finanzhilfe ist allerdings bei Weitem nicht hoch genug, um unsere Kosten zu einem wesentlichen Teil zu decken. Der Anteil der Finanzhilfe an den Einnahmen des Studierendenwerks lag 2024 nur noch bei 9,5 Prozent.
Gemeinsam mit den anderen niedersächsischen Studierendenwerken haben wir uns dafür stark gemacht, dass das Land Niedersachsen seine Finanzhilfe wenigstens so weit anhebt, dass die regelmäßigen Kostensteigerungen aufgefangen werden. Auch die Studierendenvertretungen haben sich mit landesweiten Aktionstagen dafür eingesetzt – leider ohne Erfolg.
Im Vergleich bleibt der Studierendenwerksbeitrag dennoch moderat:
Die Beiträge der anderen vier niedersächsischen Studierendenwerke liegen im WS 26/27 zwischen 130 und 157 Euro, der des Studierendenwerks Oldenburg dann bei 118 Euro. Unser Beitrag bleibt also der niedrigste in ganz Niedersachsen – und das, obwohl wir die umfangreichsten Unterstützungsangebote für Studierende haben.
Appell an die Politik
Solange das Land Niedersachsen die Finanzierung der Studierendenwerke nicht verbessert, bleibt uns nichts anderes übrig, als die steigenden Kosten auf die Studierenden umzuverteilen. Anderenfalls müssten Einrichtungen geschlossen und Unterstützungsangebote eingestellt werden. Das Studierendenwerk Oldenburg appelliert deshalb an die Landespolitik, die Studierendenwerke endlich finanziell so auszustatten, dass sie ihre Kernaufgabe nachhaltig erfüllen können: Die sozialen Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Studium zu schaffen.